Terroranschläge in London

Um 09:51 Uhr MESZ (08:51 Uhr Ortszeit London) ereigneten sich in London vier koordinierte terroristische Anschläge auf einen Doppeldeckerbus und U-Bahnen.
Die Informationen drangen nur schwer nach außen, weshalb die gemeldete Zahl der Toten und Verletzen stark schwankte. Bis jetzt steht die Zahl der Opfer noch nicht fest.
Fast alle öffentlichen Verkehrsmittel wurden lahm gelegt. In einer Presseerklärung hatte Tony Blair offiziell bestätigt, dass die britische Regierung von Terroranschlägen ausgeht. Er verließ wegen der Anschläge vorübergehend das G8-Treffen im schottischen Gleneagles, um sich in London über die Situation zu informieren. Die Gipfelgespräche werden heute jedoch fortgesetzt.

Es wurden vier Explosionen bestätigt, die praktisch gleichzeitig in der Londoner Innenstadt stattfanden, davon eine in einem Doppeldecker-Bus am Tavistock Square, nahe des Russell Square, drei weitere in U-Bahnzügen. Betroffen waren ein U-Bahnzug von Aldgate East nach Station Liverpool Street, ein Zug bei der Station Edgware in Richtung Paddington und ein Zug der Piccadilly Linie von Russell Square nach King's Cross Station, wie die BBC und die London City Police am Nachmittag meldeten. Es gab Verletzte und Tote: Ein Arzt sprach anfangs von ca. 90 Opfern in der U-Bahn Station Aldgate; ein anonymer Beamter des Justiz-Ministeriums in den USA sprach von 40 Todesopfern; Sky News sprach von bis zu 1.000 Verletzten und 45 Toten; offiziell bestätigt sind am Donnerstag von der Polizei über 38 Todesopfer sowie über 700 Verletzte, etwa 150 von ihnen schwer. Die Krankenhäuser befürchten, dass die Zahlen der Toten in den nächsten Tagen noch weiter nach oben korrigiert werden müssen. Laut Sky News soll es sich bei einem Anschlag um ein Selbstmordattentat handeln. Bei einem Bus wurden Sprengstoffspuren gefunden; auch die Verletzungen der Opfer deuten auf Sprengstoff hin.

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Parlamentswahlen in Bulgarien

Flag_of_Bulgaria
Die oppositionellen Sozialisten haben die Parlamentswahlen in Bulgarien klar gewonnen.

Erste Prognosen deuten auf einen Sieg der früheren Kommunisten hin, sie kommen auf rund 32 Prozent der Stimmen. Dahinter liegt die seit vier Jahren regierende Nationale Bewegung. Ex-König und Premier Simeon Sakskoburggotski erreichte etwa 20 Prozent. Auf 10 Prozent kommt die mitregierende Bewegung der türkischen Minderheit DPS.

Es wird darauf hinauslaufen, dass die Sozialisten einen Koalitionspartner brauchen, denn sie erreichen nicht absolute Mehrheit.

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Biometrischer Reisepass für EU-Bürger

Nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 hatte sich die EU im Dezember 2004 auf ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Ausweisdokumente verständigt. Die EU-Regelung sieht vor, die biometrischen Reisepässe europaweit bis Mitte 2006 auf nationaler Ebene umzusetzen. Der zusätzliche Fingerabdruck muss bis Ende 2008 in allen EU-Ländern auf den Pässen vorhanden sein.

In Deutschland wird ab dem 1. November 2005 der so genannte biometrische Reisepass ausgegeben. Am vergangenen Mittwoch hat Bundesinnenminister Otto Schily das neue Ausweisdokument der Presse vorgestellt.

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Bulgarien und Rumänien können der EU beitreten

EU-Flag
Die Weichen sind gestellt: Die Länder Bulgarien und Rumänien können ab 2007 der Europäischen Union beitreten. Das EU-Parlament hat mit großer Mehrheit dem Beitritt beider Länder zugestimmt. Für Bulgarien stimmten 522 Abgeordnete, 70 waren dagegen, Rumänien erhielt 497 Pro-Stimmen und 93 Nein-Stimmen.

Das EU-Parlament hat den Ländern zusätzliche Bedingungen für den Beitritt gestellt: Es besteht die Forderung nach weiteren demokratischen Reformen. Festgemacht wurden die Bedingungen in einer so genannten Schutzklausel. Sollten die Forderungen nicht umgesetzt werden, sieht die Klausel vor, den Beitritt zu verschieben.

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Papst Johannes Paul II ist tot

Paps Jean Paul II
Papst Johannes Paul II., der in der Nacht zum Freitag einen Herzinfarkt erlitten hatte, ist heute Abend um 21:37 Uhr in seiner Wohnung im apostolischen Palast im Alter von 84 Jahren verstorben. Dies teilte Joaquin Navarro-Valls, ein Sprecher des Vatikans, mit.

In den vergangenen Tagen hatte sich der Zustand des Papstes massiv verschlechtert. In der Nacht zu Freitag erlitt er einen Zusammenbruch des Herz- Kreislaufsystems und eine Blutvergiftung. Zuletzt hatte der Papst hohes Fieber und verlor zunehmend das Bewusstsein. Seit Jahren litt der Papst an der Parkinson-Krankheit.

Berichten des Italienischen Fernsehens zufolge habe Wojtyla noch einen letzten Zettel, der an polnische Schwestern und Priester gerichtet gewesen seien soll, mit den Worten: „Ich bin froh, seid ihr es auch.“ geschrieben.

In Deutschland läuteten kurz nach 22:00 Uhr die Kirchenglocken. In allen Städten gingen die Menschen in die Kirchen und beteten für den Papst. Die Anteilnahme vor Ort in Rom, aber auch in Polen und Köln war überwältigend und die Kirchen bis spät in die Morgenstunden geöffnet.

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Präsidentenwahlen in Rumänien

Basescu
Am 28. November 2004 fand in Rumänien parallel zur Parlamentswahl auch die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt. Dort lag Nastase mit 41 Prozent noch deutlich vor Basescu mit 33 Prozent.
Traian Băsescu hat die Präsidentenwahl gewonnen. Diese musste in einer Stichwahl mit seinem Gegenkandidaten Adrian Năstase entschieden werden. Nachdem 99 Prozent der Stimmen ausgezählt sind, liegt er mit 51,23 Prozent vorne.

In Rumänien stehen sich zwei große politische Lager gegenüber: Die Sozialdemokratische Partei (PSD), die Nachfolgepartei der Kommunisten, und die vereinte konservative Opposition. Die anderen Parteien, wie etwa die der Minderheiten, spielten keine große Rolle. Beide Lager sind sich in dem Pro-EU-Kurs einig, auch die Ausrichtung zum westlichen Bündnis NATO ist mittlerweile klar. Der größte Vorwurf der konservativen Opposition an die Sozialisten ist zur Zeit die vorhandene Vetternwirtschaft.

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