Boris Jelzin ist tot

Boris Jelzin, der frühere russische Präsident, ist tot. Er starb am 23 April 2007 im Alter von 76 Jahren an Herzinsuffizienz.
Boris Jelzin wurde am 1. Februar 1931 in der Oblast Swerdlowsk im Dorf Butka, Kreis Taliza, geboren. Nach seiner Ausbildung zum Bauingenieur am Uralischen Polytechnischen S.M.-Kirow-Institut begann er seine politische Karriere in Swerdlowsk bei der KPdSU. Seit 1981 war Jelzin Mitglied im Zentralkomitee der KPdSU. Im Dezember 1985 wurde er Vorsitzender der KPdSU der Stadt Moskau und Kandidat für das Politbüro des Zentralkomitees der KPdSU. Von 1987 bis 1989 war er der erste Vizepräsident des staatlichen Bauministeriums der UdSSR. Am 12. Juni 1991 wurde Jelzin zum ersten Präsidenten Russlands gewählt.
Bei der nächsten Präsidentschaftswahl, am 3. Juli 1996, bestimmte ihn die russische Bevölkerung erneut zum Präsidenten der Russischen Föderation.
Bereits im September 1996 musste er sich einer chirurgischen Operation am Herzen unterziehen. In den 1990-er Jahren erhielt er mehrere Bypässe.
Am 31. Dezember 1999 übergab er seine Amtsgeschäfte verfassungsgemäß an seinen Nachfolger, den damaligen Premierminister und heutigen russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Präsidentschaft
Die Zeit seiner Präsidentschaft war von der Suche nach einer neuen nationalen Identität, von Korruption und von den durch das Ende der Sowjetunion bedingten Konflikten wie z. B. dem Ersten Tschetschenienkrieg geprägt. Russland geriet in seiner Regierungszeit in seine tiefste Wirtschaftskrise – das Bruttonationaleinkommen Russlands halbierte sich unter seiner Amtszeit. Eine Wiederwahl Jelzins im Jahr 1996 schien aussichtslos. Erst die massive Propaganda von Wirtschaftsoligarchen zugunsten von Jelzin verhalf ihm zu einem Sieg gegenüber seinem schärfsten Widersacher Sjuganow von der kommunistischen Partei. Die Wirtschaftsoligarchen versuchten auf diese Weise mit Erfolg ihr zum Teil auf fragwürdigen Wegen erworbenes privates Eigentum vor dem Zugriff des Staates zu sichern. Jelzin gilt in Russland bis heute als eine der zentralen Figuren der als extrem korrupt und unprofessionell durchgeführten Privatisierung der Neunziger Jahre. Die Wirtschaftsmisere Russlands ging weiter aufgrund des massiven Einbruchs der Rohölpreise, so dass Russland am 14. August 1998 zahlungsunfähig war und selbst die Guthaben auf Privatkonten eingefroren wurden.
Gerüchte über eine Alkoholkrankheit Jelzins gab es während seiner ganzen Amtszeit. Zudem brachte sich Boris Jelzin immer wieder mit peinlichen Auftritten ins Gespräch, bei denen er offensichtlich unter dem Einfluss von Alkohol stand. So trommelte er beispielsweise bei einem GUS-Gipfeltreffen Kirgisiens Staatsoberhaupt Akajew mit zwei Löffeln auf seiner Glatze oder versuchte bei einem Staatsempfang in Berlin vor laufender Kamera ein Polizeiorchester zu dirigieren. Zudem hält sich das Gerücht, Boris Jelzin hätte sich von Mitarbeitern des KGB einmal zum Schnapseinkauf fahren lassen
Zum Ende hin hatte seine Tochter, Tatjana Djatschenko, formal als Imageberaterin des Präsidenten, zunehmend politischen Einfluss. Am 31. Dezember 1999 erklärte Jelzin seinen Rücktritt und übergab die Regierungsgeschäfte an den Ministerpräsidenten Wladimir Putin. Die Amtsübergabe erfolgte um 12:00 Uhr Moskauer Zeit. Eine der ersten Amtshandlungen Putins garantierte Jelzin die Freiheit vor Strafverfolgung.
Boris Jelzin hinterließ das Land am Rande des Bankrotts, mit zerrütteten staatlichen Strukturen, verarmter Bevölkerung, drastisch gesunkenem internationalen Einfluss und mitten im zweiten Tschetschenien-Krieg. Heute ist er für viele Russen vor allem das Symbol für den allgemeinen Niedergang, Oligarchie sowie für eine Epoche persönlicher und nationaler Erniedrigung.
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