Ex- Präsident von Liberia verhaftet

Der ehemalige Übergangspräsident von Liberia, Gyude Bryant, wurde von der Polizei verhaftet, nachdem er es versäumt hatte, vor Gericht zu erscheinen.
Ihm wird Unterschlagung in Millionenhöhe während seiner zweijährigen Amtszeit vorgeworfen, was Bryant jedoch bestreitet. Bei einer Untersuchung der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas wurden Beweise für Korruption von Bryant entdeckt. Bei der letzten Wahl im vergangen Jahr siegte Ellen Johnson-Sirleaf, die versprochen hatte, Bestechung zu bekämpfen.
Auf dem Weg ins Gefängnis sagte Bryant, dies sei „ein sehr sehr schwarzer Tag für Liberia“ und der Dank dafür, dass er Frieden und die Demokratie in Liberia wiederhergestellt habe. Nach 14 Jahren Bürgerkrieg hatte der Politiker das Amt im Jahr 2003 von Charles Taylor übernommen, als Rebellen in die Außenbezirke der Hauptstadt Monrovia eindrangen. Taylor soll wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden.
Carles Gyude Bryant (geb. 17. Januar 1949) war ab dem 14. Oktober 2003 bis zum 16. Januar 2006 Übergangspräsident von Liberia. Er ist Geschäftsmann und gilt als politisch neutral. Gyude Bryant wurde im August 2003 beauftragt, eine Übergangsregierung zu bilden, welche die Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien Liberias leiten sollte. Diese Gespräche fanden nun endlich statt, nach 14 Jahren Bürgerkrieg und der Ausweisung des früheren Präsidenten Charles Taylor.
Der offizielle Titel Gyude Bryant's lautete: "Chairman of the National Transitional Government of Liberia (NTGL)", im Deutschen etwa: "Vorsitzender der Nationalen Übergangsregierung Liberias" und er war für eine Legislaturperiode von 2 Jahren im Regierungsamt.
Die Amtseinführung seiner im November 2005 gewählten Nachfolgerin Ellen Johnson-Sirleaf hat am 16. Januar 2006 stattgefunden.
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