Das Treffen: Merkel und Dalai Lama
Angela Merkel hat ungeachtet der Bedenken ihrer Berater den Dalai Lama im Bundeskanzleramt empfangen. Das Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt Tibets war von ihr als „privater Gedankenaustausch“ mit einem religiösen Führer bezeichnet worden und soll nicht die Autonomiebestrebungen Tibets unterstützen. Damit hat Merkel getan, was weder ihre Vorgänger noch ihre ausländischen Kollegen gewagt haben und sich damit bewusst den Unmut Chinas zugezogen.
Seit dem Treffen hat die chinesische Regierung zwei Treffen mit deutschen Ministern wegen „Terminschwierigkeiten“ abgesagt. Am Freitag wurde ein Treffen mit Justizministerin Brigitte Zypries abgesagt, am Montag fiel das traditionelle Frühstück des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier mit seinem Kollegen aus Peking aus.
China, das Tibet 1950 annektierte, sieht im Dalai Lama einen Rebellenführer und verbittet sich von ausländischen Regierungen jeglichen Kontakt mit dem im indischen Exil lebenden Mann.
Dalai Lama (aus dem Mongolischen: Ozeangleicher Lehrer) ist der Titel der höchsten weltlichen Autorität und einer der bedeutendsten religiösen Titel des buddhistischen Tibet. Der gegenwärtige 14. Dalai Lama ist der Mönch Tenzin Gyatso.
Dalai Lamas sind im tibetischen Buddhismus Menschen, die sich aus Mitgefühl entschlossen haben, durch Reinkarnation wieder in das Leben oder „in die gewöhnliche menschliche Existenz“ einzutreten, um anderen Wesen zu dienen, obwohl sie als erleuchtete Wesen (Bodhisattva) den Kreislauf der Wiedergeburt hätten verlassen können. Die Dalai Lamas gelten als Emanation Avalokiteshvaras (tib. Chen rezig) des Bodhisattva des Mitgefühls.
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